



Preisermässigungen waren nicht drin weder für Gewandete noch für arme Studenten oder dergleichen. Na ja, dementsprechend leer war das Ganze auch. Die zweite Enttäuschung liess nicht lange auf sich warten. Das 'einzigartige' mittelalterliche Erlebnis bestand aus Ständen die Kitsch verkauften (das meiste hatte aber auch gar nichts mit Mittelalter zu tun) , Kaffeeständen, ein Stand mit Putenfleischgerichten, einer mit Chili und anderen neuweltlichen Köstlichkeiten, die schon mal allesamt fern vom europäischen Mittelalter sind, sowie Kleiderläden mit soviel Polyester, dass einem das mittelalterliche Grauen packt.
Auf der Bühne gab es eine Art Unterhaltungsshow mit irgendeinem Alpensepp aus dem letzten Jahrhundert, der Gegenstände aus einem Heimatmuseum jonglierte, bzw. seinen Gamsbarthut auf der Nase jonglierte. Aber er soll der stärkste Mann der Welt sein. OK....
Das Publikum war auch etwas merkwürdig. Die Zahl der tatsächlich Gewandeten war im Vergleich zu anderen Mittelaltermärkten verschwindend gering; es überwogen schwarzgekleidete Gothic-people. Nichts gegen Gothic-Look aber wenn der Mittelaltermarkt fast durchgehend mit Armeestiefel-tragenden, punkfrisurigen dunklen Typen durchsetzt ist geht das Mittelalterliche Ambiente nun mal verloren. Vielleicht lag es auch an der Band die dort spielte. Saltatio Mortis ist nicht eine pure Mittelalterband, sondern eher eine Rockgruppe, die u. a. auch mittelalterliche Instrumente benutzt.
http://www.saltatio-mortis.com/index.php
Ich höre sie gerne (solange sie nicht singen, da merkt man dann die fehlende Stimmbildung), habe auch CDs von ihnen, aber es ist eben keine Mittelalterband. Auch wenn sie noch so viel Spass macht. Das Konzert war trotzdem sehr nett, schliesslich hatte ich sie noch nie live gesehen. Vielleicht ein bisschen zuviel Feuerwerk und Disco-Licht, aber was soll's, sie waren gut.



Drei Tage lang hatte Deutschland also einen Bären zu Besuch. Am Sonntag hiess ihn der bayrische Umweltminister Schnappauf noch willkommen, aber da hatte er sich auch noch nicht an Bayern's Schafen vergrifften. Zwölf in drei Tagen (manche sprechen auch nur von sieben) sowie vier Tauben und ein paar Hühner und das Willkommen wandelte sich in einen Abschussauftrag. Der WWF hatte den Bären ursprünglich in eine Falle locken und ihn mit einem GPS-Sender ausstatten wollen. Ziel dieser Maßnahme war es, dasTier jederzeit orten und eingreifen zu können, falls es sich menschlichen Siedlungen nähert. Der Deutsche Tierschutbund in Bayern wirft Schnappauf vor völlig hysterisch zu reagieren.
Viele Zoologen auf der italiensichen, österreichischen aber auch deutschen Seite sind gegen den Abschuss und wollen den Bären betäuben und entweder nach Italien zurück oder in ein Tiergehege geben. eine Versicherung (Simon Burgess) hat sogar, um den Bären zu retten, angeboten, Schäden mit bis zu 1,5 Mio Euro zu übernehmen.
Trotzdem wurde das 'Wildtier des Jahres 2005' zum Abschuss freigegeben, unter Berufung auf das Urteil des Freiburger Biologen (Albert-Ludwigs-Universität) Felix Knauer. Auch dieser stufte ihn offensichtlich als 'Problembären' ein, obwohl er jetzt seit mehr als einem Jahr auf Wanderschaft ist und weder Italien noch Österreich zu solchen Panik-Massnahmen gegriffen haben.
Sucht man auf der Webpage der Uni Freiburg nach Felix Knauer wundert es einem ein bisschen dass auch er zu solchen drastischen Massnahmen aufgerrufen hat; schliesslich hat er noch 2002 einen Artikel mitpubliziert, in dem er über die Erfahrung vom Einfangen von Braunbären geschrieben hat (Kaczensky, P., Knauer, F., Jonozovic, M., Walzer, C. and Huber, T. 2002. Experience with trapping, chemical immobilization, and radiotagging of brown bears in Slovenia. Ursus 13: 347-356. ). Nun sollte man denken er wäre der rechte Mann um für die Betäubung und Rettung des Braunbären zu sprechen. Aber: wenn man sich die Abteilung Wildtierökologie der Uni Freiburg etwas genauer ansieht versteht man das Ganze vielleicht etwas besser! Dort wird eine Jagdausbildung angeboten und man kann in einer Woche Blockkurs das jagdliche Schiessen erlernen und dann semesterbegleitend das Ganze in die Praxis umsetzen. Ansprechpartner ist - na wer errät es?- Richtig! Niemand anderes als Felix Knauer. Und der Höhepunkt des Kurses ist dann der Abschuss des einzigen Braunbäres in Deutschland seit 1835?
'Hallo Braunbär willkommen in unserem Blockkurs!'









In der Nähe war bereits eine römische Brücke die über die Severn geführt hat. Die Stelle hier ist seit dem Mittelalter die Hauptbrücke in Bristol gewesen. Und jetzt noch ein Foto von meiner koreanischen Freundin Lyna und ihrem kleinen Sohn Jin. Sie ist für ein Jahr nach Bristol an die Uni gegangen und wir hatten uns bestimmt ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Um so grösser war die Freude dass wir wenigstens zwei Abende miteinander verbringen konnten.

Den Rest meiner 'Frei'zeit hab ich mehr oder weniger im Museum verbracht. Na ja eine zeitgemässere Umgestaltung der archäologischen Abteilung wäre nicht schlecht. Es ist alles etwas altmodisch und verstaubt. Dafür ist es ansonsten sehr nett, es ist von allem etwas da: zeitgenössische Kunst, ostasiatische Kunst, Naturkunde und natürlich die Archäologie des Severnmündungsgebietes (obwohl von den schöneren Objekten leider nur Replikas da sind, da die Originale ins British Museum gewandert sind). Aber das Café im Museum ist nett und interviewt wurde ich auch! Die Umfrage von irgendeiner Zeitung (hab den Namen leider vergessen) ging darum, ob Museen für das erste Rendezvous gut ankommen. Zu seiner Freude fand ich das sogar sehr gut, erweckt es doch den Anschein dass dein Verehrer noch etwas Resthirn besitzt und nicht nur an das Eine denkt.
Und wie denkt ihr darüber? Sollen wir in Deutschland auch Valentine Days im Museum einführen wie in England?

Aber auch über andere Rock Art Sites aus aller Welt wurde berichtet. Da bekommt man richtig Reiselust. Ausserdem kennt man mit der Zeit ja schon einige Leute und so macht das Ganze richtig Spass. Leider waren es nur zwei Tage, aber dafür Vorträge von Morgens bis Abends.
Heute habe ich den Tag genutzt um Bristol näher kennenzulernen. Na ja, die meiste Zeit bin ich wohl im City Museum gewesen. Leider war die archäologische Sammlung nicht gerade gross und ausserdem waren viele Replika da und einige Vitrinen leer geräumt für eine Neugestaltung. Als ob das nicht gereicht hätte haben sie auch noch die Ägyptische und Ostasiatische Abteilung geschlossen. Tja war ein unglücklicher Zeitpunkt. Danach hab ich mit dann mit Border Books und Star Buck getröstet. Hier ist ein Bild von Temple Meads:

Der eigentliche Bahnhof, von Brunel im Tudorstil erbaut, ist heute ein Museum (Commonwealth Museum). Der heutige Bahnhof ist ein Anbau aus den 1870er Jahren. Aber auch ansonsten ist Bristol sehenswert mit seiner schönen Kathedrale, dem Haus des Lord Mayor, dem Hafen und und und.

Eine Änderung gab es allerdings doch: die Eistüten sind mittlerweile blau geworden

